DIY-Video: Floral Living – Klaus Wagener stellt die Idee für ein dauerhaftes Werkstück vor

Ein gebogenes Baustahlgitter dient als Grundform für ein dauerhaftes Werkstück, das in Flechttechnik und mithilfe von Drilldrähten gefertigt ist. Orchideen und Anthurien setzen darin blühende Akzente. Im Buch Floral Living  von Klaus Wagener und Radko Ivanov Chapov finden Sie mehr kreative Anregungen!

Mehr zum Buch: Floral Living

Floral Art

pf-b-20082Klaus Wagener über sein Buch „Floral Art“ im Interview mit florieren!-Chefredakteurin Edith Strupf

Herr Wagener, Sie erarbeiten tagtäglich mit Ihrem Team praxistaugliche Ideen für Floristen, aber von Zeit zu Zeit erscheint ein Buch von Ihnen, bei dem die künstlerischen Aspekte im Vordergrund stehen.

Können Sie den Inhalt des Buchs kurz umreißen?
Floral Art spiegelt mein floristisches Schaffen der letzten 10 Jahr wider.
Auf gut 350 Seiten möchte ich die Highlights aus dieser Zeit darstellen. Da alle Exponate aufwendig fotografiert worden sind, lag es auf der Hand die Abbildung großflächig zu nutzen und somit ist Floral Art ein opulenter Bildband.
Das Buch zeigt auch auf, wie vielseitig Floristik sein kann. Sie wird durch Jahreszeiten, durch Farbthemen, durch Stimmungswelten, durch Abstraktion und vieles mehr geprägt.

Wie muss man sich die Entstehung des Buches vorstellen?
So ein Buch entsteht über viele Jahre. Es wird in Portionen produziert und da es ein relativ freies Konzept hat, kann man auch flexibel damit umgehen. Teilweise habe ich Arbeiten für dieses Buch mit anderen Produktionen kombiniert. Wir erstellen ja ständig Floristik für unsere Medienpalette und wenn ich z. B. eine zusätzliche Idee gern realisieren wollte, habe ich diese für dieses Buch erstellt. Mit der Zeit entstand dann ein erstes Gerüst in welches neues Design und Best-off-Floristik von mir  eingefügt wurden.

Was treibt Sie an? Woher kommen Motivation und Inspiration und wie setzt man sie mit eigener Note um?
Ich bin ein ziemlich rastloser Mensch und da ich in unserem Verlag mit vielen kreativen Menschen arbeite und ständig Impulse von allen Seite – auch von der Trend- und Lifestyleseite – bekomme, ist in mir ständig etwas Kreatives in Bewegung.
Inspirationen bekomme ich aber auch von anderen Seiten: von der Natur und dem Werkstoff selbst, der Architektur und interessanten Raumsituationen, sowie von fremden Materialien und Design-Effekten.

Wie schafft man sich Freiraum für Kreativität?
Das ist wirklich schwer. Mein Arbeitstag ist nämlich lang und so im Tagesgeschäft ist man oft nicht frei für wirklich gutes und neues Design. Ich muss dann raus. Z. B. in die die Natur. Ich bin auch ein leidenschaftlicher Wanderer und dabei bekomme ich viele Ideen. So eine Trekking Tour hilf mir auch, mich selbst wieder im übertragenden Sinne zu „neutralisieren“.  Da wird der Kopf wieder frei und man bekommt Platz und Abstand für Neues.
Gern besuche ich auch Möbelausstellungen und Messen. Hier finde ich viel Anregung für Formen, Proportionen, Inszenierung und Effekte.

Wie würden Sie Ihren eigenen Stil beschreiben?
Das ist schwer, selbst zu sagen. Da ich von mir glaube, eine große Bandbreite an floristischen Spektren zu nutzen, kann ich die Antwort dieser Frage nur umreißen. Hier ein Versuch:

umfassend und Vielseitig
Lifestyle und Trend orientiert
natürlich und aber auch konstruiert

Wie findet man zu einem eigenen Stil?
Ich glaube da gibt es keinen eindeutigen Weg. Jeder hat seinen und wird mehr oder weniger von Einflüssen geprägt.
Da es auch unterschiedliche Zeitepochen gibt, hat man mit der Zeit auch einen anderen Geschmack und fokussiert sein floristisches Design anders.
Mein Job ist Vielseitigkeit. Ein anderer Florist fasst sein Spektrum enger und vermutlich kann man so einen Menschen eher einen Stil zuordnen.

Ist Kundenorientierung dabei hinderlich? (ist die Arbeit im Alltag also völlig getrennt davon zu sehen?) Oder ist es vielleicht sogar wichtig, wenn man wirtschaftlich erfolgreich sein will?
In diesem Spannungsfeld bewege ich mich ständig und es schult mein Differenzierungsvermögen.
Floristik – egal ob groß oder klein – wird für Menschen gemacht und die haben nun mal unterschiedliche Vorstellungen von dem was sie schön finden. Wenn ich etwas plane, durchläuft dies mittlerweile fast automatisch einen inneren Filter, der das was ich vorhabe in eine bestimmte Lebenswelt einsortiert. Der nächste Schritt ist dann, konsequent die Gestaltung dafür passend auf den Punkt zu bringen. Das Prinzip Entschiedenheit ist dabei wichtig!

Wie stark muss man sich an Regeln der Gestaltungslehre halten? Ist beim Ausprobieren alles erlaubt?
Erst mal ist alles erlaubt. Bin ich in einer Brainstorming-Phase lasse ich den Dingen freien Lauf. Allerdings hat man ja so seine Grundprägung und die fußt nun mal in einem starken Maße in der Ausbildungszeit und somit bleibt man schon stark in der Nähe der klassischen Gestaltungslehre. Man interpretiert sie nur anders.

Wie wichtig sind Vorbilder oder „Wegbegleiter“, die fördern und auch mal Kritik üben?
Die sind wichtig – in jeder Hinsicht. Ohne Austausch gibt es keine Weiterentwicklung.
Selbst wenn man schon jahrzehntelang im Beruf verwurzelt ist, tut es gut Außenkontakte zu haben. Das gemeinsame Projekt „Two Faces“ mit Gregor Lersch hat mich gefordert und durch den Dialog auch stark gefördert.

Ist das nächste Projekt schon in Planung?
Immer! Ich sagte ja – ich bin ein rastloser Mensch und mein Job hält ständig Überraschungen für mich und andere bereit. Schauen wir doch mal.